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Staatsexamen am Feiertag? Arbeiten statt Neujahrsfeier? – Immer wieder kommt es im Alltag von Jüdinnen und Juden in Deutschland zu Konflikten zwischen religiösem Leben und weltlichen Ansprüchen und staatlichen Regelungen: Jüdische Studierende berichten beispielsweise davon, dass sie zwischen einem zügigen Studienabschluss und ihrem Glauben wählen müssen, da Prüfungstermine auf den Freitagnachmittag, also Schabbat, oder auf hohe jüdische Feiertage gelegt werden – ganz ohne Ersatztermine. Auch bei Lehrkräften und in der Arbeitswelt besteht oft kein Verständnis gegenüber der Befolgung von halachischen Vorschriften. Aber alternative Prüfungstermine und Freistellungen von Arbeit oder vom Schulunterricht für die Religionsausübung zu verweigern, verletzt die Religionsfreiheit und stellt eine unzulässige Benachteiligung dar.

Über die Finanzierung der Kirchen wird seit jeher kontrovers diskutiert. Die gegenwärtig hohen Kirchenaustrittszahlen bekräftigen nochmals die Anfragen nach dem Fortbestand und der Zukunft der Kirchensteuer. Die aktuelle Forderung der Ablösung der Staatsleistungen wird von manchen auch in Verbindung mit der Frage nach der zukünftigen Entwicklung der Kirchensteuer geführt. Ist diese Verbindung gerechtfertigt? Diese und andere Fragen wird die Fachtagung aufgreifen.