Dr. Ellen Ueberschär ist Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung in Berlin.
Dr. Ellen Ueberschär
Geboren 1967 in Ostberlin. Nach Stationen in Heidelberg und Berlin legte sie 1995 das Erste Theologische Examen ab. Von 1997 bis 2001 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Theologie der Philipps-Universität Marburg. 2002 erfolgte die Promotion. 2004 wurde sie zur Pfarrerin ordiniert. Sie vervollständigte ihre theologische Ausbildung und war bis Anfang 2006 Studienleiterin für Theologie, Ethik und Recht an der Evangelischen Akademie Loccum. Von 2006 bis 2017 leitete sie als Generalsekretärin sechs evangelische Kirchentage sowie einen ökumenischen Kirchentag. Von Juli 2017 bis März 2022 war sie Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, gemeinsam mit Barbara Unmüßig. Seit August 2021 ist sie Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung in Berlin
Staatsfern, aber politiknahSechzehn Jahre wurde Deutschland von einer protestantischen Pfarrerstochter regiert. Das war gut für beide großen Kirchen und für die kleinen auch. Die kooperative Trennung von Staat und Kirche war keine formale Angelegenheit, sondern auch eine Herzenssache der politischen Eliten. Steht nun, mit dem Ende der Merkel-Ära ein Bruch im Verhältnis von Staat und Kirche, Gesellschaft und Gemeinden bevor? Nein. Denn der von Paul Nolte so genannte „politisch-kulturell-ethische Überlappungsraum“ zwischen Kirche und Politik ist weiterhin vorhanden, weil er sich nie auf eine Parteifamilie beschränkte. Aber er schrumpft.10. 02. 2022Ellen Ueberschär