Prof. Dr. Markus Müller ist Ordinarius für Staats-, Verwaltungsrecht und öffentliches Verfahrensrecht an der Universität Bern.
Prof. Dr. Markus Müller
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften (Uni Bern) und dem Erwerb des Anwaltspatents arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bern und anschließend während zehn Jahren als stellvertretender Generalsekretär in der Kantonsverwaltung des Kantons Bern. Seit 2005 ist er Ordinarius für Staats-, Verwaltungsrecht und öffentliches Verfahrensrecht an der Universität Bern. Müller versteht sich nicht als Spezialist für Religionsrecht. Mit religionsrechtlichen Fragen befasste er sich erstmals im Rahmen eines kleinen Buchprojekts mit dem Titel "Religion im Rechtsstaat – von der Neutralität zur Toleranz" (Stämpfli Verlag, Bern 2017). Seither ist er dem Thema treu geblieben und hat sich verschiedentlich mit religionsrechtlichen Fragen auseinandergesetzt.
Religiöse Neutralität des Staats: Abschied von einem MythosReligiöse Neutralität des Staats gilt als Fundamentalprinzip moderner Rechtsstaatlichkeit. In der Umsetzung bietet es allerdings Schwierigkeiten. Diese gründen darin, dass alles und alle geprägt sind vom religiösen Erbe unserer Geschichte. Unter solchen Umständen gerät religiöse Neutralität zum «leeren» Versprechen. Als Alternative bietet sich «religiöse Toleranz» an. Sie steht für eine Haltung, die religiöse Prägungen nicht leugnet, sondern aus ihnen Orientierung und Gestaltungskraft schöpft.03. 05. 2024Markus Müller